Sozialformen verändern den Unterricht

Was sind Sozialformen?

Hinter diesem Begriff verbergen sich die Kooperationsmöglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler mit der Lehrkraft und die sie miteinander während des Unterrichts haben. Je nach gewählter Sozialform werden unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der sozialen Kompetenz an die Schülerinnen und Schüler gestellt.[1] 

Ziele des Blogs

In diesem Blog wird erklärt, wieso es zweckmäßig ist, über den Einsatz von Sozialformen in Bezug auf bestimmte Ziele im Unterricht nachzudenken. Zudem werden die Vor- sowie Nachteile der verschiedenen Sozialformen beleuchtet.

Sozialformen

Es gibt verschiedene Sozialformen, die im Unterricht eingesetzt werden, um das Lernen zu strukturieren und die Interaktion zwischen den Schülerinnen und Schülern zu fördern. 

Da jede Sozialform Vor- und Nachteile aufweist, muss man sie in Bezug zu Kontext und den Zielen setzen. Je öfter die Sozialformen während einer Unterrichtsstunde gewechselt werden, desto aufgelockerter ist der Unterricht. Es gilt dabei jedoch zu berücksichtigen, dass die Sozialform innerhalb einer Phase gleichbleibt. Wechsel während einer Phase verwirren die Schülerinnen sowie Schüler und können auch die Lehrkraft durcheinanderbringen. 

Nun zeige ich anhand meiner Strukturskizze der BOSS-Unterrichtsstunde, welche Sozialformen ich dort angedacht habe bzw. verwenden werde[7].

In meine BOSS-Unterrichtsstunde habe ich nur zwei bzw. drei verschiedene Sozialformen integriert. Es ist mir wichtig, dass die Ideen und Gedanken aller Schülerinnen und Schüler ihre Mitschülerinnen und Mitschüler erreichen. Damit sich niemand in den Arbeitsphasen zurücklehnen kann, habe ich bewusst die Einzelarbeit gewählt. Natürlich könnte man die Erarbeitungsphase alternativ in einer Gruppenarbeit bewerkstelligen lassen. Auch das Besprechen des Arbeitsblattes wäre in Partnerarbeit möglich – dies setzt jedoch voraus, dass die Partner fähig sind, die Antworten kritisch zu reflektieren, was Vorwissen notwendig macht, das nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann.

Methoden/Konzepte

Es gibt unzählige Methoden, in denen die obigen Sozialformen inkludiert sind. Hier hat die KI 11 verschiedene Unterrichtsmethoden zusammengestellt[8]:

  1. Stationenlernen: Schüler:innen durchlaufen verschiedene Stationen mit unterschiedlichen Aufgaben.
  2. Projektarbeit: Schüler:innen arbeiten an längeren Projekten, die praktische Ergebnisse liefern.
  3. E-Learning/Blended Learning: Kombination von Präsenzunterricht und digitalen Lernressourcen.
  4. Rollenspiele: Schüler:innen schlüpfen in verschiedene Rollen, um bestimmte Situationen zu erkunden.
  5. Mind Mapping: Schüler:innen erstellen visuelle Darstellungen von Ideen und Konzepten.
  6. Debatte: Schüler:innen argumentieren für oder gegen eine bestimmte Position zu einem Thema.
  7. Feedbackrunden: Schüler:innen geben und erhalten Rückmeldungen zu ihren Leistungen.
  8. Peer Teaching: Schüler:innen unterrichten sich gegenseitig und erklären Konzepte.
  9. Socratic Method: Lehrkraft stellt Fragen, um kritisches Denken und Diskussionen zu fördern.
  10. Gamification: Einsatz von spielerischen Elementen, um den Lernprozess zu motivieren und zu fördern.
  11. E-Portfolios: Digitale Sammlungen von Schülerarbeiten zur Dokumentation des Lernfortschritts.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Aus meiner Sicht gibt es an Sozialformen Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partnerarbeit und Gruppenarbeit. Die Plenumsdiskussion habe ich bei den Sozialformen aufgelistet, da sie zwar wie der Frontalunterricht mit der gesamten Klasse stattfindet, jedoch verschiebt sich die Aufmerksamkeit von der Lehrkraft hin zu den Schülerinnen und Schülern, die sich dabei gemeinsam mit einer Fragestellung auseinandersetzen. Bei allen weiteren möglichen Methoden, die die KI genannt hat, handelt es sich folglich nicht um Sozialformen. Sie stecken jedoch subtil in jeder Methode. So würde ich die Methoden den zuvor genannten Sozialformen zuordnen.

Bei der Zuordnung der Methoden zu den Sozialformen erkennt man, dass die meisten Methoden bei der Partner- und Gruppenarbeit zu finden sind. Interessanterweise wähle ich oft den Frontalunterricht, da ich der Ansicht bin, dass auf diese Weise die Schülerinnen und Schüler am schnellsten zu inhaltlichem Input kommen. Der Frontalunterricht ist aber die am wenigsten abwechslungsreichste Methode. Daraus schlussfolgere ich, dass – unabhängig von den zu unterrichtenden Inhalten – Partner- und Gruppenarbeit die meiste Vielfalt zulässt. Oft schrecke ich jedoch vor dem Einsatz dieser beiden Sozialformen zurück, da sie nur effektiv sind, wenn die Schülerinnen und Schüler ernsthaft lernen wollen und nicht nur Quatsch machen oder sich zurücklehnen und andere für sie arbeiten sowie denken lassen. Darüber hinaus benötigt man anderes Unterrichtsmaterial für Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten als ich es bisher erstellt habe, wenn man keinen Frontalunterricht halten möchte.

Abschließend lässt sich festhalten, dass man auf verschiedene Sozialformen sowie Methoden des Unterrichtens zugreifen kann und sollte, damit die Schülerinnen und Schüler auch ihre sozialen Kompetenzen stärken und durch den Sozialformenwechsel mehr Freude und Motivation an der Erarbeitung von Inhalten haben.

Fußnoten:

[1] Vgl. Tenorth/Tippelt 2012, S. 669

[2] Die Lehrkraft vermittelt Informationen direkt an die gesamte Klasse.

[3] Die gesamte Klasse diskutiert über ein Thema oder eine Fragestellung.

[4] Schülerinnen und Schüler arbeiten alleine an einer Aufgabe.

[5] Schülerinnen und Schüler arbeiten paarweise zusammen.

[6] Schülerinnen und Schüler arbeiten in kleinen Gruppen an gemeinsamen Aufgaben oder Projekten.

[7] Die Strukturskizze findet sich in Blog 4.2 sehr ausführlich dargestellt.

[8] ChatGPT, persönliche Kommunikation mit didactus/Unterrichtsplaner, Fobizz, 25.04.2025. Es gibt natürlich noch viele weitere Methoden. Hier hat die KI die aufgelistet, die für sie wohl am gängigsten sind.

Quelle

Tenorth, Heinz-Elmar/Tippelt, Rudolf (Hrsg.) (2012): Beltz Lexikon. Pädagogik. Beltzverlag, Weinheim und Basel 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.