Strukturskizze:
Eine skizzierte Struktur für den Unterrichtsverlauf?
Was ist eine Strukturskizze und weshalb heißt sie so?
Folgende Antwort auf diese Frage gibt die KI:
„Die Bezeichnung ´Strukturskizze´ leitet sich von der Funktion und dem Zweck dieses Werkzeugs ab. Eine Strukturskizze dient dazu, die Struktur und die wesentlichen Elemente eines Themas, einer Idee oder eines Textes visuell darzustellen. Sie hilft dabei, komplexe Informationen zu organisieren und zu vereinfachen, sodass die Beziehungen zwischen verschiedenen Aspekten klarer werden.
In der Regel umfasst eine Strukturskizze:
- Hauptideen: Die zentralen Konzepte oder Themen, die behandelt werden.
- Unterpunkte: Detaillierte Informationen oder Beispiele, die die Hauptideen unterstützen.
- Verbindungen: Linien oder Pfeile, die die Beziehungen zwischen den verschiedenen Elementen darstellen.
Durch diese visuelle Darstellung wird es einfacher, den Überblick zu behalten und die Informationen zu verstehen, was besonders in Lern- und Lehrkontexten von Vorteil ist.“[1]
Man erkennt hier, dass es sich um eine allgemeine Definition handelt, die pädagogisch- sowie didaktisch mit Leben gefüllt werden muss, damit sie hilfreich für die Unterrichtsplanung ist.
Ziele des Blogs
In diesem Blog wird erklärt, was sich konkret hinter einer Strukturskizze verbirgt und wieso man gerade als „Newcomer“ eine Strukturskizze für jede Unterrichtsstunde anfertigen sollte.
Auf welcher Grundlage lässt sich eine Strukturskizze erstellen?
Es wird davon ausgegangen, dass ein Stoffverteilungsplan als Basis zur Unterrichtskonzeption vorliegt. Aus ihm soll nun eine konkrete Unterrichtsstunde generiert werden.
Auch heute erstelle ich noch zu jedem Unterricht eine Strukturskizze – das mache ich sogar ordentlicher als in den ersten Jahren meines Arbeitens als examinierte Lehrkraft. So gelingt es mir, Unterricht auch „auf Vorrat“ zu konzipieren. Im besten Fall schaue ich mir beim Organisieren der Unterrichtsstunde für den nächsten Tag nochmal kurz die Strukturskizze und die Arbeitsblätter mit Lösungen an und weiß, was ich in der morgigen Schulstunde zu tun habe, damit mein Unterricht den Schülerinnen und Schülern Spaß bereitet und sie einen neuen Erkenntnisgewinn erhalten. Eine Strukturskizze für den Unterricht beinhaltet mehrere wichtige Elemente, die dazu beitragen, den Lehrstoff klar und übersichtlich zu ordnen.
Es ist von großer Bedeutung, ob die Strukturskizze für einen selbst oder für Prüfer gestaltet wird. Diesbezüglich gibt es beträchtliche Unterschiede sowie Erwartungen, die von den ausbildenden Universitäten oder auch Seminaren variieren.
Meine alltäglichen Strukturskizzen entsprechen nicht dem, was man in einer Lehrprobe abgeben muss bzw. abgeben darf, um auf eine gute Note hoffen zu können. Folgende Bestandteile haben sich für mich in meinem Alltag in der Struktur bewährt: Zeit, Stufung/Phase, Verhalten, Impuls/Bemerkung und Medien.
Hinzu kommen jedoch, wenn man eine perfekte Strukturskizze konzipieren möchte, auf jeden Fall die Sozialformen und Ziele – Stundenziel, Lehrziele/Kompetenzen (fachlich, sozial, methodisch) – sowie sonderpädagogische Maßnahmen (u. a. Verknüpfung mit dem Bildungsplan KMENT).
Meine Strukturskizze gliedert sich in folgende waagerechte Inhalte: Zeit, Stufung/Phase, Verhalten/Aktivitäten, Impuls/Bemerkung und Medien. In fünf Stufen/Phasen teile ich den Unterricht mit senkrechten Inhalten auf[2]: Einstieg, Erarbeitung, Auswertung, Ergebnissicherung und Wiederholung.
Wie sieht eine Strukturskizze aus und wofür benötigt man sie?
So sieht meine blanke Strukturskizze aus, die ich für jede neue Unterrichtsstunde anfertige und immer verwende:

Meine Strukturskizze, die ich in jedem Unterrichtsfach für jede Stunde zur Planung und Durchführung einsetze.
In meiner ursprünglichen Strukturskizze hatte ich die Begriffe „Stufung“ und nicht „Phase“ sowie „Verhalten“ und nicht „Aktivitäten“ verwendet. Letztgenannte Begriffe sind aber heute scheinbar eher zeitgemäß. Inhaltlich sind die beiden Begrifflichkeiten meiner Ansicht nach gleich.
In der Strukturskizze ist der Verlauf der Unterrichtsstunde nachzuvollziehen. Man liest sie von links nach rechts und von oben nach unten. Dabei orientiert man sich an den Phasen. Der Unterricht beginnt immer mit dem Einstieg und endet mit der Wiederholung: Die Skizze wird von oben nach unten gelesen. Mit dem Verhalten sind die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler und auch der Lehrkraft gemeint. Beim Impuls/Bemerkung geht es bei mir meist um organisatorische Hinweise für die Unterrichtsstunde oder auch um mögliche Differenzierungen. Bei den Medien ist zu lesen, was man konkret benötigt. Die Datei, die dabei gebraucht wird, findet sich in diesem Feld. Ist sie fett geschrieben, muss sie den SuS entweder digital und/oder analog zur Verfügung gestellt werden. Ist der Dateiname nicht fett, dient er nur meinem Unterrichtszweck. Steht hinter der Datei „Lsg“, so ist daraus ersichtlich, dass es zu dieser Datei bzw. diesem Arbeitsblatt eine Lösung bzw. ein Lösungsarbeitsblatt gibt.
Meinen Unterricht habe ich komplett digitalisiert. Jede Unterrichtsstunde ist in einem Ordner digital vorhanden. Auch Arbeitsblätter, die ich von Kolleginnen und Kollegen erhalte, scanne ich ein, damit ich jederzeit Zugriff auf sie habe. Wie ich mich genau digital und analog organisiere, stelle ich in Blog 5 vor.
Wieso ist meine Strukturskizze so reduziert?
Bewusst beinhaltet meine Strukturskizze nur das Nötigste, sodass mir diese für meinen Unterricht die Planung und Durchführung erleichtert. Wichtig ist deshalb, dass sie nicht über mehrere Seiten geht – auf diese Weise habe ich das gesamte Unterrichtsgeschehen auf einmal im Blick. Die Strukturskizze habe ich mit allen Materialien (Arbeitsblätter, Buchseiten), die für die Unterrichtsstunde benötigt werden, in einer Prospekthülle, also analog ausgedruckt bei mir im Unterricht. Die Strukturskizze bildet die erste und sichtbare Seite meines Unterrichts.
Was kann passieren, wenn man keine (Unterrichts)Struktur hat?
Während meines Studiums hatte ich in einem Semester ein Tagespraktikum. Alle Studierenden mussten drei Stunden am Stück unterrichten. Damals legte ich mir meine Struktur selbst zurecht, da ich nicht wusste, dass es hilfreiche Vorgaben gibt. Und so machte ich, was ich für sinnvoll hielt und meine Dozentin samt Kommilitoninnen wussten gar nicht, was ich da veranstaltete, denn der „rote Faden“, der für mich ersichtlich war, fehlte allen Beteiligten um mich herum. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten zwar interessiert mit, aber ob sie von meiner Stunde auf lange Sicht inhaltlich etwas behalten konnten, wage ich aufgrund der fehlenden Struktur stark zu bezweifeln.
Heute behaupte ich von mir, dass ich eine äußerst strukturierte Lehrkraft bin. Diese Struktur hilft mir immer, zu wissen, was ich im Unterricht vorhabe – und weil ich eine Struktur habe, kann ich von dieser abweichen und jederzeit wieder zu ihr zurückkehren.
Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die Überschrift dieses Blogs lautet: „Strukturskizze: Eine skizzierte Struktur für den Unterrichtsverlauf?“ Meines Erachtens wird in der Strukturskizze der Unterrichtsverlauf dargestellt – bei mir in der Struktur skizzenartig. Bei „Newcomern“ werden viele weitere Inhalte und Verschriftlichungen von Überlegungen erwartet, weshalb die Strukturskizze in diesem Fall zu Recht „Verlaufsplanung“ heißt. Denn je intensiver man seine Unterrichtsstunde vorbereitet, desto weniger handelt es sich noch um eine Skizze.
Quelle
Meyer, Hilbert (1987): Unterrichtsmethoden. 2: Praxisband. Berlin: Cornelsen Verlag.