Vom Fachcurriculum zum Stoffverteilungsplan - ein lohnender Weg!
Der Stoffverteilungsplan – welche Funktion hat er?
Die einzelnen Unterrichtsoberthemen sind im Curriculum eines Unterrichtsfaches festgelegt worden. Jetzt müssen die Themen z. B. für eine Jahrgangsstufe konkretisiert sowie strukturiert werden. Dazu wird ein Oberthema zur Unterrichtseinheit mit vielen Unterthemen aufgefächert. Eine Unterrichtseinheit besteht aus mehreren Unterrichtsstunden. Hinter dem Stoffverteilungsplan verbergen sich Unterrichtsstunden mit ihren speziellen Themen – auch Querschnitthemen –, Lehrziele/Kompetenzen, Methoden, Arbeitsmaterialien sowie Zeitangaben der Unterrichtsstunden.
Während das Fachcurriculum wenig detailreich ist und lediglich Oberthemen beinhaltet, wird das Oberthema im Stoffverteilungsplan konkreter und in viele Unterthemen aufgeteilt. Auf Basis dieser Vorarbeit lassen sich einfach Unterrichtsstunden konzipieren.
Ziele des Blogs
In diesem Blog wird erklärt, was zu beachten ist, wenn man einen Stoffverteilungsplan erstellen möchte.
Wo fängt man am besten an?
Es gibt verschiedene Wege sich dem Stoffverteilungsplan auf Grundlage des Fachcurriculums zu nähern. Aus meiner Sicht ist dieser der zweckmäßigste:
- Am besten wählt man das Oberthema aus und definiert, was die Schülerinnen und Schüler an Lehrzielen erreichen und an Kompetenzen in den Unterrichtsstunden zum Thema erwerben sollen.
- In einem weiteren Schritt wird ein Fundus an Informationen, Arbeitsblättern etc. passend zum Thema und den Lehrzielen gesammelt bzw. ausgewählt.
- Nun überlegt man, welche Unterrichtsmethoden sich dafür eignen, dass sich die Schülerinnen und Schüler gerne mit dem Lerninhalt beschäftigen und diesen auch im Langzeitgedächtnis speichern.
- Endlich kann es an die Erstellung des Stoffverteilungsplans gehen: Mit Hilfe der Materialien und vorheriger Überlegungen wird nun der Stoffverteilungsplan erstellt. Dabei bauen die Themen / Unterrichtsstunden aufeinander auf. Lehrziele sowie Kompetenzerwerb geben die Inhalte vor.
Der Stoffverteilungsplan ist so sinnvoll strukturiert, dass in einem weiteren Schritt konkrete Unterrichtsstunden geplant werden können.
Braucht man einen Stoffverteilungsplan, wenn man ein Fachcurriculum hat?
Auf jeden Fall benötigt man einen ordentlich strukturierten Stoffverteilungsplan zum Konzipieren von Unterricht. Hat man diesen nicht, so fehlt einem „der rote Faden“, auf dem die Unterrichtsstunden nacheinander gereiht „aufgefädelt“ sind. Die Stunden bauen aufeinander auf. Deshalb muss man sich im Vorfeld genau überlegen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler zu Beginn einer Unterrichtseinheit erwerben müssen, damit auf diese zurückgegriffen werden kann und sie auch im späteren Verlauf der Unterrichtseinheit wiederholt werden können. Es zahlt sich meines Erachtens aus, wenn man den Aufbau des Stoffverteilungsplans ausgiebig gestaltet. Ist diese Vorarbeit geleistet, geht es „nur“ noch um das Erarbeiten der Unterrichtsstunden.
Gibt es etwas zu beachten, wenn man den Förderschwerpunkt in den Stoffverteilungsplan integrieren will?
Meiner Meinung nach muss der entsprechende Förderschwerpunkt in einem Unterrichtsfach sowohl im Schul- bzw. Fachcurriculum als natürlich auch im Stoffverteilungsplan verankert sein. In einem SBBZ ist immer der Förderschwerpunkt in das Unterrichtsgeschehen miteinzubeziehen. Gleichzeitig muss jedoch auch beachtet werden, dass man für eine zweckmäßige Balance zwischen dem Bildungsplan der allgemeinen Fächer und dem des Förderschwerpunktes sorgt. Versetzt man sich in die Lage eines Schülers mit einer Einschränkung, so hat man sicherlich nicht jederzeit Interesse daran, mit dem, was man nicht so gut kann, konfrontiert zu werden. Deshalb sollte man aus meiner Sicht den Förderschwerpunkt an gegebener Stelle auch mal bewusst in den Hintergrund treten lassen. An anderer Stelle kann er, weil es das Thema von sich aus so hergibt, wieder mehr im Fokus des inhaltlichen Geschehens stehen.
Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Aus eigener Erfahrung empfehle ich, dass man sich intensiv mit dem Fachcurriculum auseinanderzusetzen und aus seinen Themen ordentlich und mit Bedacht einen Stoffverteilungsplan erstellen sollte. Der Stoffverteilungsplan ist Ausgangsbasis evtl. auch für andere Unterrichtsfächer. Man kann anhand des Stoffverteilungsplans Unterrichtsstunden herauskristallisieren, die man in einem anderen Kontext wieder verwenden kann. Das ist aber nur möglich, wenn man sich zuvor eine lückenlose und akribische Planung erarbeitet hat.
Man muss seinen Job wirklich sehr gerne mögen, ansonsten wird man versuchen, sich „schmalspurmäßig“ mit dem Fachcurriculum zu begnügen. Doch es zahlt sich aus, wenn man nicht jedes Jahr für jede Jahrgangsstufe und jedes Unterrichtsfach eine neue Stoffverteilungsplanung vornehmen muss, sondern auf eine zurückgreifen kann, die man im Laufe des Schuljahres bei Bedarf sogar optimiert hat. So spart man am Ende viel Zeit und hat nachhaltige, professionelle und zweckmäßige Unterrichtsentwicklung geleistet.
Von Steve Jobs stammt zu dem obigen Sachverhalt folgendes wegweisendes Zitat: „Der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist, das zu lieben, was du tust.“
Wenn wir das lieben, was wir tun, bringen wir uns gerne ein und haben tolle Ergebnisse, die nicht nur uns, sondern zudem unsere Schülerinnen und Schüler erfreuen. Auch die Eltern erkennen, ob die Lehrkraft weiß, wovon sie spricht und welche zielstrebigen Pläne sie verfolgt oder ob sie nebulös mit ihren Kindern durch die inhaltliche Gegend streift.
Mit Absicht bin ich nicht in die wissenschaftliche Tiefe gegangen. Wer von euch mehr über den Stoffverteilungsplan wissen möchte und wie man diesen erstellt, ist herzlich eingeladen in den weiteren Blogs danach zu stöbern. Dort sind auch hilfreiche Links und Quellenangaben zu finden. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr Lust hättet, euch noch intensiver mit dem wichtigen Thema zu befassen. Ich wünsche euch viel Spaß dabei!