Das Schulcurriculum 
als Basis für Unterrichtsplanungen?

Welche Inhalte verbergen sich hinter einem Schulcurriculum?

Das Schulcurriculum, das aus den Fachcurricula aller Unterrichtsfächer einer Schule besteht, ist das inhaltliche Herzstück bzw. die thematische Ausgangsbasis für Stoffverteilungspläne und somit Voraussetzung für die konkrete Unterrichtsplanung eines Unterrichtsfaches[1]. Darin ist verbindlich festgehalten, in welchem Unterrichtsfach sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem welche Themen und Ziele mit welchen Methoden in einem bestimmten Schuljahr erarbeitet haben sollen.

Ziele des Blogs

In diesem Blog wird geklärt, was ein Schulcurriculum ist und wieso es für die Unterrichtsentwicklung notwendig ist. 

Definition: Schulcurriculum

Unter einem Curriculum versteht man die sprachlich definierte Form, in der ein planvoller Ablauf eines Lehr/Lernprozesses beschrieben und meist auch als Norm für das Handeln der Lehrprofession und in Bildungseinrichtungen politisch oder administrativ gesetzt wird. Curricula sind meist an Lehrzielen orientiert und enthalten auch Aussagen über die Rahmenbedingungen des Lernens und die intendierten Formen der Realisierung.[2]

Schulinterne Curricula umfassen Lehrpläne, Jahrespläne sowie sequenzierte Entwürfe von Lernsituationen[3]. Sie sollen bei den Lehrkräften Verbindlichkeiten schaffen und die Arbeit erleichtern[4]

ChatGPT gibt diese praxisnahe und umfassende Definition des Begriffs „Schulcurriculum“:

Ein Schulcurriculum ist ein umfassendes Konzept, das die Bildungsinhalte, Lernziele, Methoden und Strukturen einer Schule festlegt. Es dient als Leitfaden für die Unterrichtsplanung und -durchführung und stellt sicher, dass die Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen erwerben. Hier sind einige zentrale Aspekte des Schulcurriculums:

1. Inhalte

Das Curriculum definiert, welche Themen und Inhalte in den verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen unterrichtet werden sollen. Es legt fest, welche Kenntnisse und Fähigkeiten die Schülerinnen und Schüler in jedem Fach erwerben sollen.

2. Lehrziele

Es werden klare Lehrziele formuliert, die beschreiben, was die Schülerinnen und Schüler am Ende eines bestimmten Zeitraums (z. B. eines Schuljahres) wissen oder können sollen. Diese Ziele orientieren sich an den Vorgaben des Bildungsplans und in ihm vorgebenen Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler erwerben sollen.

3. Methoden

Das Curriculum beschreibt die Lehr- und Lernmethoden, die eingesetzt werden sollen, um die Lehrziele zu erreichen. Dazu gehören verschiedene didaktische Ansätze, wie z. B. Frontalunterricht, Gruppenarbeit, Projektarbeit, fächerübergreifendes Lernen und selbstbestimmtes Lernen.

4. Bewertung

Im Curriculum sind auch Kriterien und Verfahren zur Bewertung des Lernerfolgs festgelegt. Dies umfasst sowohl formative (laufende) als auch summative (abschließende) Bewertungsmethoden, um den Fortschritt der Schülerinnen und Schüler zu messen.

5. Flexibilität

Ein Schulcurriculum kann je nach Bildungsgang, regionalen Gegebenheiten und spezifischen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler flexibel angepasst werden. Es sollte Raum für individuelle Lernwege und Differenzierung bieten.

6. Integration von Querschnittsthemen

Viele Curricula integrieren Querschnittsthemen wie Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienkompetenz oder soziale und emotionale Bildung, um die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft vorzubereiten.

7. Zusammenarbeit

Das Curriculum wird häufig in Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Schulleitung, Eltern und anderen Bildungspartnern entwickelt, um sicherzustellen, dass es den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler und der Gesellschaft entspricht.

8. Dokumentation

Das Schulcurriculum wird dokumentiert und ist oft in schriftlicher Form verfügbar, sodass es für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zugänglich ist. Dies fördert Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Bildungsangebote.

Insgesamt ist das Schulcurriculum ein zentrales Instrument zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Bildung, das den Rahmen für den Unterricht an einer Schule bildet und die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler strukturiert und unterstützt.[5]

9. Zeitspanne

Es wird im Schulcurriculum festgelegt, welche Zeitfenster für die Besprechung eines Themas notwendig sind.

Wie gehe ich bei der Planung eines Schulcurriculums vor?

Notwendig ist, dass sich ein Schulcurriculum[6] am Bildungsplan orientiert. Es geht dabei darum, die Inhalte des Bildungsplans passend zum Unterrichtsfach im Bildungsgang zusammenzufassen, sodass klar ist, welche Themen in welchem Schuljahr mit welchen Zielen – und vielleicht auch mit welchen Methoden – unterrichtet werden sollen. Am besten schaut man im Internet, ob es bereits Fachcurricula gibt, die man als Ausgangsbasis für das eigene Schulcurriculum verwenden kann. Gibt es so etwas nicht, muss man gemeinsam mit den Fachschaftskolleginnen und -kollegen ein Fachcurriculum erarbeiten, das nach einer Abstimmung verbindlich gilt.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Das Schulcurriculum basiert auf dem Bildungsplan und umfasst in Form von Fachcurricula alle Fächer, die an der Schule unterrichtet werden. Das entsprechende Fachcurriculum bildet die Grundlage für das anschließende Festlegen eines Stoffverteilungsplans. Ohne Fachcurriculum ist man „verloren“ und wird seinen Unterricht außerhalb verbindlicher Vorgaben konzipieren, was die Schülerinnen und Schüler sowie die anschließend unterrichtenden Lehrkräfte vor Herausforderungen stellen kann, da eine die Klasse übernehmende Lehrkraft evtl. nicht auf Inhalte und Methoden zurückgreifen kann, die sie für ihren Unterricht aufgrund des Fachcurriculums eigentlich vorausgesetzt hat. Im schlimmsten Fall fehlt der „rote Faden“, sodass die Schülerinnen und Schüler aus dem Unterricht wenig Inhaltliches mitnehmen können, weil der Aufbau von Unterrichtseinheiten und der somit im Unterricht behandelten Themen unklar sind.

Vom Bildungsplan unterscheidet sich das Schul- bzw. Fachcurriculum in seiner Konkretheit – so ist es auf die schulischen Rahmenbedingungen sowie auf die Schülerinnen und Schüler mit ihren Bedürfnissen abgestimmt: In ihm gibt es Kriterien und Verfahren zur Leistungsbewertung. Zudem soll das Curriculum auf die regionalen Gegebenheiten und auf die spezifischen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt sein. Die Individualität der Schülerinnen und Schüler soll dabei Berücksichtigung finden. Während der Bildungsplan von – den Lehrkräften unbekannten – Expertinnen und Experten festgeschrieben worden ist, sind am Festlegen des schulischen Curriculums Lehrkräfte, Schulleitung, Eltern und Bildungspartner einer Schule beteiligt. 

Aus meiner Sicht ist es notwendig, ein Fachcurriculum bzw. einen Plan von den inhaltlich durchzuführenden Unterrichtseinheiten in einem Schuljahr zu haben. Es ermöglicht, dass sich nicht jede Lehrkraft einzeln den Bildungsplan erarbeiten muss. Zudem können auch in der Materie neue Kolleginnen und Kollegen schnell nachvollziehen, welche Themen die Schülerinnen und Schüler bereits im Unterricht behandelt haben und welche sie sich noch erarbeiten sollen. Auf diese Weise ist sofort ersichtlich, welche thematischen Unterrichtseinheiten vorbereitet werden müssen.

Im Schulcurriculum sollen beide Bildungspläne (allgemeine Schule und SBBZ) abgebildet werden, wenn es sich um eine inklusive Beschulung oder um eine Beschulung am SBBZ handelt.

Ein Fachcurriculum ist ein Gemeinschaftsprodukt von Kolleginnen und Kollegen einer Fachschaft, das nach seiner Fertigstellung Wertschätzung sowie Beachtung finden muss. Zweckmäßig ist deshalb, dass man sich an ein ausgearbeitetes Schul- bzw. Fachcurriculum hält. Sicherlich fällt dieser Umstand einigen Lehrkräften nicht so leicht, da sie sich u. a. die Vorgaben für bestimmte Methoden, die im Unterricht zum Einsatz kommen sollen und auch die Regularien zur Bewertung von Schülerleistungen nicht gerne „aus der Hand nehmen“ lassen. 

Das Erstellen eines Curriculums ist keine Privatangelegenheit – je mehr Personen mit unterschiedlicher Expertise daran arbeiten, desto qualitativ hochwertiger wird es, desto eher muss man sich jedoch als Lehrkraft mit seinen Ideen und Umsetzungen unterordnen. 

Im Idealfall ist das Schulcurriculum so aufgebaut, dass ein Thema in verschiedenen Unterrichtsfächern in einer Klassenstufe parallel behandelt wird, sodass es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann, was die Ganzheitlichkeit des Themas aufzeigt – z. B. könnte man das Thema der textilen Fasergewinnung in AES (Alltag, Ernährung und Soziales), Chemie, BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) sowie Geschichte gleichzeitig besprechen. 

Fußnoten:

[1] Es gibt nicht nur Fach-Curricula, sondern je nach Bedarf auch Projekt-Curricula oder Profil-Curricula, in denen festgeschrieben steht, welchen inhaltlichen Schwerpunkt eine Schule verfolgt. Vgl. Bastian 2017, S. 123

[2] vgl. Tenorth/Tippelt 2012, S. 137f.

[3] vgl. Bastian 2017, S. 126

[4] vgl. Bastian 2017, S. 124

[5] ChatGPT, persönliche Kommunikation mit didactus/Unterrichtsplaner, Fobizz, 06.04.2025 und persönliche Ergänzungen

[6] Ein Schulcurriculum besteht aus einzelnen Fachcurricula.

 

Quellen

Bastian, Prof. Dr. (2017): Unterrichtsentwicklung. Studienbrief SM0520. Schulmanagement. Unveröffentlichtes Manuskript. Kaiserslautern

Tenorth, Heinz-Elmar/Tippelt, Rudolf (Hrsg.) (2012): Beltz Lexikon. Pädagogik. Beltzverlag. Weinheim und Basel 

 

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