Der Bildungsplan als Ausgangsbasis - auf dem Weg zum Unterricht!

Vom Bildungsplan zum Curriculum!

Man könnte eigentlich meinen, dass man mit dem Bildungsplan als Grundlage nun darauf aufbauend gleich seinen Unterricht planen könnte, doch weit gefehlt! Der Bildungsplan ist die Ausgangsbasis, von der aus man ein Curriculum – z. B. Schul- und Fachcurriculum – entwickelt, das sich an die spezifischen Gegebenheiten einer Schule und den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler anpasst.

Was ist ein Curriculum?

Ein Curriculum ist ein strukturierter Plan über Inhalte, Ziele, Methoden und Prüfungen - z. B. eines Unterrichtsfaches oder auch eines Profils oder Projektes. Er dient als Leitfaden für Lehrende und Lernende und soll gewährleisten, dass die Bildung der Schülerinnen und Schüler strukturiert und zielgerichtet verläuft.

Ziele des Blogs

In diesem Blog wird erklärt, wieso das (Fach-)Curriculum ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg vom Bildungsplan zur Unterrichtsstunde ist. Folglich benötigt man einen langen Atem, wenn man sich einen neuen Bildungsplan erarbeiten muss bzw. möchte. Tröstlich daran ist jedoch, dass diese Arbeit immer im Team geschieht, sodass man mit der umfangreichen Arbeit nicht alleine ist.

Was verbirgt sich hinter einem Schulcurriculum?

Ein Schulcurriculum vereint alle Fachcurricula eines Bildungsgangs. In diesen ist festgelegt, welche Themen sowie Inhalte mit welchen Methoden in den verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen unterrichtet werden sollen. In den entsprechenden Fachcurricula finden sich auch Lehrziele sowie Bewertungskriterien formuliert. Das Schulcurriculum passt sich an die Rahmenbedingungen der Schule und seiner Gemeinschaft an. Es wird schriftlich dokumentiert und muss von der Fachschaft durch eine Abstimmung angenommen worden sein.

Folglich reagiert das Schulcurriculum flexibler als es der Bildungsplan kann. 

Wie integriert man den Bildungsplan eines Förderschwerpunktes?

Hier zeigt sich, dass sowohl Schul- als auch Fachcurriculum beides vereinen sollen – zum einen den Bildungsplan des Bildungsgangs, den die Schülerinnen und Schüler besuchen und zum anderen den Bildungsplan des entsprechenden Förderschwerpunktes. Es wird erwartet und erweist sich als sinnvoll, wenn man in entsprechenden Unterrichtsstunden den Bildungsplan des Förderschwerpunktes in den Mittelpunkt rückt und dadurch andere Sichtweisen auf ein Thema erhält. 

Ist die Flexibilität des Fachcurriculums wirklich gegeben?

Die Bildungspläne sind in ihrer Aktualität oft nicht mehr auf dem neuesten (digitalen) Stand der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Allerdings lassen sie genug Freiräume, um flexibel auf aktuelle Themen zu reagieren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man als Lehrkraft selbst Neuem – gerade auch Digitalem – gegenüber aufgeschlossen ist. 

Ehrlich gesagt, ist es eine Mammutaufgabe einen Bildungsplan für Schülerinnen und Schüler zu erstellen, von dem man weiß, dass er erst einige Jahre nach der Konzeption in Kraft treten wird. Meines Erachtens ist es deshalb unmöglich, zu wissen, was die Schülerinnen und Schüler wirklich in der Schule lernen müssen, um für ihr (Berufs-)Leben in der Zukunft gewappnet zu sein. 

Aus diesem Grund würde ich mir wünschen, dass man mehr Methoden und Strategien mit den Schülerinnen und Schüler zur Wissensaneignung einübt als das bisher – meist höchstens nebenbei – getan wird. Mir fehlt dazu in meinen Unterrichtsstunden leider die entsprechende Zeit! Doch Methoden und Strategien unterliegen dem (Wissens- sowie Kompetenz-)Wandel nicht so stark wie das Wissen bzw. die Kompetenzen, die vermittelt werden sollen.

Dieses Zitat von Albert Einstein finde ich dazu äußerst passend: „Bildung ist nicht das Lernen von Fakten, sondern das Trainieren des Geistes, sie zu denken.“ Auch diesen Anspruch sollte ein Curriculum erfüllen können.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Das Schul- bzw. Fachcurriculum ist sozusagen eine Zwischenstation auf dem Weg vom Bildungsplan zur Unterrichtsstunde. Es ist ein wahrlich müßiger Weg, den man beschreiten muss, um zu wissen, was man eigentlich unterrichten soll. Allerdings kann man mit dem (Fachschafts-)Kollegium gemeinsam erarbeiten, was es alles für die Schülerinnen und Schüler zu lernen gibt. Man kann sich damit auseinandersetzen, was man in welchen Jahrgängen mit den Schülerinnen und Schülern behandeln möchte und Schwerpunkte setzen. So kann man in einem gesetzten Rahmen frei agieren. Im Fachcurriculum können spezifische Begebenheiten der Schule, individuelle Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und ihr Förderschwerpunkt Berücksichtigung finden. Zudem kann man sich mit den Kolleginnen und Kollegen über Fachliches austauschen, was mir persönlich äußerst viel Freude bereitet und oft im schulischen Alltag zu kurz kommt.

Mit Absicht bin ich nicht in die wissenschaftliche Tiefe gegangen. Wer von euch mehr über das Curriculum wissen möchte und wie man dieses erstellt, ist herzlich eingeladen in den weiteren Blogs danach zu stöbern. Dort sind auch hilfreiche Links und Quellenangaben zu finden. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr Lust hättet, euch noch intensiver mit dem wichtigen Thema zu befassen. Ich wünsche euch viel Spaß dabei!
 

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